Ernährung

Öl ist nicht gleich Öl

Standen Sie auch schon einmal vor dem Speiseölregal und wussten nicht, welches Sie wählen sollen?
Gerne geben wir Ihnen etwas Licht in den Öl-Dschungel.

Rapsöl - ein Speiseöl für jeden Zweck.
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Autor:
Natalie Zumbrunn

 

Raffiniert oder doch lieber kaltgepresst?
Beide dieser Wörter beziehen sich nicht auf das Herkunftsprodukt, sondern auf dessen Verarbeitung, beziehungsweise Herstellung.

 

Raffinierte Öle
Hierbei werden die Samen, Kernen oder Ölfrüchte bei einer Temperatur von über 50 Grad Celsius gepresst und anschliessend mit einem Lösungsmittel aus den zuvor erstellten Samen- oder Kernenmus herausgelöst. Danach kommt der Schritt des Raffinierens. Beim Pressen oder Extrahieren bleiben oft noch leicht verderbliche Rückstände, sowie das Lösungsmittel im Öl. Der Prozess der Raffination findet durch chemische und mechanische Reinigungsprozesse ab. Es werden Rückstände, Farb-, wie auch Geruchs- und Geschmacksstoffe des Öls entfernt. Durch das Entfernen der oben genannten Stoffe ist das Öl lange haltbar, jedoch enthält es kaum noch Vitamine oder wertvolle Fettsäuren.

Oft gelten raffinierte Öle deshalb als ungesund, was so nicht stimmt. Bei Verwendung der Öle kommt es darauf an, was Sie gerade zubereiten. Raffinierte Öle können Sie höher erhitzen und eignen sich daher sehr gut in der warmen bis heisse Küche.

 

Kaltgepresste Öle
Hierbei werden die Samen, Kernen oder Ölfrüchte ohne Erwärmung gepresst. Deshalb ergibt die Kaltpressung deutlich weniger Ölausbeute als dies bei raffinierten Ölen der Fall ist. Nach dem Kaltpressen werden die Öle filtriert. Kaltgepresste Öle enthalten dadurch weiter alle Geschmacks-, Geruchs-, und Farbstoffe. Auch wertvolle Vitamine sind in diesen Ölen vorhanden. Der Nachteil ist die dadurch kurze Haltbarkeit und Lagerfähigkeit. Kaltgepresste Öle sind licht- und wärmeempfindlich. Im Gegensatz zu raffinierten Ölen eignen sich kaltgepresste Öle nicht zum Erhitzten und werden daher vor allem in der kalten Küche verwendet.

 

Welche Öle gibt es?
Wir werden Ihnen nun zwei heimische Öle kurz vorstellen.

 

Rapsöl wird raffiniert und kaltgepresst verwendet. Es wird empfohlen, 2-3 Esslöffel Pflanzenöl täglich zu konsumieren, die Hälfte davon sollte in Form von Rapsöl eingenommen werden.

Rapsöl enthält die wertvolle Linolsäure (Omega-6) und Linolensäure Omega-3 Fettsäuren in einem Verhältnis von 25% Linol- und 10% Linolensäure. Diese Zusammensetzung macht Rapsöl zu einer sehr guten lebenswichtigen Fettsäurelieferanten. Zudem enthält Rapsöl 40mg/100g Vitamin E, welches für unseren Körper für eine zellschützende Funktion benötigt wird. Die Verwendung von Rapsöl in der Küche ist dadurch empfehlenswert.

Zum Braten oder Backen sollten Sie ein raffiniertes, in der kalten Küche ein kaltgepresstes Rapsöl verwenden. Raffiniertes Rapsöl empfiehlt sich zusätzlich zur Beigabe der Beikost von Baby-Breien.

 

Sonnenblumenöl wird vor allem raffiniert angeboten. Sonnenblumenöl enthält zwar wie Rapsöl die Linolsäure 63% und in geringen Mengen die Linolensäure 1%, jedoch ist der Linolsäuregehalt für eine gesunde und ausgewogenen Ernährung zu hoch. Es wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung empfohlen, Sonnenblumenöl nur als High Oleic Sonnenblumenöl zu verwenden. High Oleic ist eine Spezialform, welche so verarbeitet wurde, dass es in der Fritteuse beziehungsweise bei sehr hohen Temperaturen benutzt werden kann.

 

Möchten Sie mehr über Fettsäuren erfahren, finden Sie die Informationen in unserem Artikel: Fettsäuren – wichtig für unsere Gesundheit.

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