Glaubenssätze entstehen oft in der Kindheit, wiederholen sich im Alltag – und können grossen Einfluss auf das Denken, Fühlen und Handeln haben.
«Ich bin halt nicht so gut in Mathe.» – «Ich muss immer stark sein.» – «Ich darf niemandem zur Last fallen.» Solche inneren Überzeugungen begleiten viele Menschen über Jahre hinweg. In der Psychologie werden sie als Glaubenssätze bezeichnet.
Was sind Glaubenssätze?
Glaubenssätze sind tief verankerte Gedankenmuster über sich selbst, andere oder die Welt. Sie können unterstützend oder hinderlich sein. Ein förderlicher Glaubenssatz könnte etwa lauten: «Ich darf Fehler machen und daraus lernen.» Ein hinderlicher dagegen: «Ich muss alles perfekt machen, sonst werde ich nicht geschätzt.»
Solche Sätze entstehen oft aus Erfahrungen, Erziehung oder Aussagen von Bezugspersonen. Ein Kind, das häufig hört «Jetzt sei doch nicht so sensibel!», könnte im Erwachsenenalter glauben, dass Gefühle zeigen etwas Negatives sei – und sich entsprechend zurückhalten.
Beispiele aus dem Alltag
Ein Elternteil, das glaubt, «Ich darf keine Schwäche zeigen», könnte Schwierigkeiten haben, sich in stressigen Zeiten Unterstützung zu holen. Ein Jugendlicher mit dem inneren Satz «Ich genüge nicht» wird sich womöglich weniger zutrauen – auch wenn die Fähigkeiten eigentlich vorhanden wären.
Besonders im Familienleben lohnt sich ein achtsamer Umgang mit diesen inneren Überzeugungen. Oft helfen schon kleine Fragen, um alte Muster zu hinterfragen: Gilt dieser Satz wirklich noch? Wer hat ihn geprägt? Gibt es eine freundlichere Alternative?
Neue Gedanken säen
Glaubenssätze lassen sich nicht von heute auf morgen ändern – aber sie können nach und nach durch hilfreichere ersetzt werden. Statt «Ich muss immer stark sein» könnte es heissen: «Ich darf mich zeigen, wie ich bin.» Unterstützend wirken dabei Gespräche mit vertrauten Personen, Journaling, Beratungsgespräche oder kreative Methoden wie das Schreiben von «neuen Geschichten» über sich selbst.
Ein liebevoller Blick nach innen
Auch im Umgang mit Kindern wirkt es stärkend, förderliche Sätze bewusst zu wählen. Aussagen wie «Du bist wichtig, auch wenn du Fehler machst» oder «Ich glaube an dich» können helfen, ein gesundes Selbstbild aufzubauen. Gleichzeitig lohnt es sich, bei sich selbst hinzuhören – denn wer sich eigene Gedanken bewusst macht, kann auch im Familienalltag achtsamer und verständnisvoller reagieren.
Viel Spass und Neugierde beim Erforschen der eigenen Glaubenssätze!
Neuen Kommentar hinzufügen: